Drei Sorten Korn in einem Laib

Bäcker-Innung und Ernährungsministerin Julia Klöckner präsentierten das „Brot des Jahres 2021“

BAD KREUZNACH. Julia Klöckner, die Bundesministerin für Ernährung, Verbraucherschutz und Landwirtschaft, schnitt auf Einladung der Bäcker-Innung Rhein-Nahe-Hunsrück ein Dreikornbrot an, um dieses dann zusammen mit Obermeister Alfred Wenz, seinem Stellvertreter Ralf Andrae und Henning Funke, dem Geschäftsführer des Verbands des Rheinischen Bäckerhandwerks, zu verkosten. Denn Dreikornbrot, das aus Roggen, Weizen und einer dritten Getreidesorte wie Hafer besteht, ist das „Brot des Jahres 2021“ des rheinischen Bäckerhandwerks.

Bäckermeister Alfred Wenz begrüßte die Ehrengäste seiner Innung sowie die Besucher des Wochenmarktes auf dem Bad Kreuznacher Kornmarkt und informierte: „Das Brot des Jahres 2021 ist ein nussig-aromatisches Dreikornbrot, das vom Deutschen Brotinstitut entwickelt wurde. Wir haben uns fürs Dreikornbrot entscheiden, damit wir auch Produkte der regionalen Landwirtschaft verwenden können – Roggen, Weizen und Hafer, die in jeder Bäckerei vorhanden sind. Dadurch kann jeder Bäcker das Dreikornbrot immer im Programm haben“, erklärte der Obermeister. Er verwies darauf, dass es inzwischen 3200 Brotsorten in Deutschland gebe, weshalb die Bundesrepublik auch international als „Brotland“ beneidet werde.

Landesinnungsmeister Jörg von Polheim dankte Alfred Wenz und seinen Helfern, die Präsentation des „Brot des Jahres 2021“ zu organisieren. Er erinnerte Ministerin Klöckner daran, dass sie am 25. März 2020, zu Beginn der Corona-Pandemie, erklärt habe, dass das Bäckerhandwerk systemrelevant sei. „Wir sind Ihnen sehr dankbar dafür, dass die Bäcker in den vergangenen zwölf Pandemie-Monate zeigen durften, dass sie systemrelevant sind und so die Wertschätzung der Verbraucher für unser Handwerk noch weiter gestiegen ist “, sagte Polheim. Die Zeit habe bewiesen, dass die Hygiene-Konzepte stimmig seien und konsequent umgesetzt würden.

„Alfred Wenz und ich machen schon seit zehn Jahren gemeinsame Brot- und Weinproben für den guten Zweck, um Kindern aus Not leidenden Familien zu helfen. Brot ist etwas sehr Emotionales. Brot ist so berührend für die Menschen, weil es ein Grundnahrungsmittel ist“, sagte Julia Klöckner. Sie zitierte ihre Oma: „Brot ist nicht hart – kein Brot, das ist hart!“ Mit der Aktion „Brot des Jahres“ wolle man aufs Bäckerhandwerk hinweisen, das mit Fachwissen und harter Arbeit verbunden sei: „Es geht dabei um gute Ernährung“, sagte die Ministerin. Zudem wolle man auf die Vielfalt des Brotes hinweisen, die Brotkultur sei sogar zum Unesco-Welterbe erklärt worden.

Die Ansprüche der Verbraucher an Nahrungsmittel seien gestiegen, und bei deren Produktion müsse immer mehr Rücksicht genommen werden auf Allergien und Unverträglichkeiten. „Beim Backen von Dreikornbrot aus heimischen Kornsorten schließen sich auch regionale Kreisläufe“, konstatierte die Ministerin, der es wichtig ist, Landwirte und Handwerk zusammenzubringen. Bei ihrer Politik gehe es darum, dass sich die Menschen gesünder ernähren können. Kaum jemand backe noch sein eigenes Brot. Viele Lebensmittel enthielten zu viel Zucker, Fett oder Salz. „Da arbeiten wir zusammen: Ein wissenschaftliches Institut und das deutsche Bäckerhandwerk engagieren sich gemeinsam im Rahmen einer Reduktions- und Innovationsstrategie. Wir wollen den Salzgehalt von Brot reduzieren, ohne dass dessen Konsistenz und dessen Geschmack leiden. Es muss am Ende ja schmecken.“

Danach startete die Bäckerinnung den Verkauf von Dreikornbroten, dessen Erlös in die Kasse des Brotpfenniglaufes zugunsten wohltätiger Zwecke fließen wird.

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Bundesministerin Julia Klöckner (Mitte) durfte unter aufmerksamen Blicken von Landesinnungsmeister Jörg von Polheim (2. von links), Obermeister Alfred Wenz (4. von links), einiger seiner Berufskollegen sowie des Landtagsabgeordneten Dr. Helmut Martin (links) das erste „Brot des Jahres 2021“ anschneiden und verkosten. Foto: Norbert Krupp

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