Bild: Armin Seibert / KHS
70 Läufer auf Marathonkurs von Kirn nach Bad Kreuznach – Spenden für regionale Hilfsorganisationen
Kirn/Bad Kreuznach. Es war ein gewaltiger Krach! Der explosive Startschuss zum 41. Brotpfenniglauf der Bäckerinnung weckte am Samstag pünktlich um 11.30 Uhr am Kirner Marktplatz die halbe Stadt. Zwei, drei Gramm Pulver und ein bisschen Papier hatte Innungsobermeister Alfred Wenz in seine historische Vorderladerpistole gestopft und Volksbank-Vorstandschef Patrik Miljes gut 45 Läuferinnen und Läufer auf die Reise nach Kreuznach geschickt. Insgesamt waren 70 Aktive über alle Teilstrecken am Start.
Bei drückendem Nebel machten sich die unentwegten Maratonis über Hochstetten-Dhaun, Martinstein, Meddersheim auf zum Zwischenziel Bad Sobernheim. Nach heißem Tee und erneutem Startschuss ging’s weiter über Staudernheim, Boos, die Domäne nach Niederhausen zum nächsten Stopp an der Stauseemauer. Und von dort dann über Friedensbrücke Brauhaus und Kornmarkt zum Ziel in der Hospitalgasse. Schon nach 3.26 Stunden lief der erste ins Ziel – er war durchgebrummt, steckte noch 50 Euro in die Brotpfennig-Spendendose und war weg. Alle anderen waren wie gewohnt zusammengeblieben, hielten unterwegs mal ein Schwätzchen, machten es gemütlich, wie der langjährige Teilnehmer Rene Schindler anmerkte.
Nach einer für viele langen Marathonsaison ging man nicht mehr auf Bestzeiten-Jagd, obwohl klar ist: Die 42,195 teils bergigen Kilometer sind nichts für Anfänger. In gut fünf Stunden wollen die Kilometer erst mal bewältigt sein. Wie immer für den guten Zweck. Das ist die Idee des Laufs, der in 40 Auflagen weit über 300 000 Euro für regionale Hilfsorganisationen eingebracht hat. Volksbank-Vorstand Thomas Reinig bekräftigte im Ziel am Bäckerstand, dass das Geldinstitut sehr gerne diese regionale Benefizaktion unterstütze – auch in Zukunft.
Obermeister Wenz will „solange die Füße tragen“ die Veranstaltung weiterführen, wenn die treuen Helferinnen und Helfer mitmachen. Da sind beispielsweise der unermüdliche Begleiter Manfred Lorenz mit Bus, Klamotten, Tee, Isogetränken, Bananen und Müsli-Riegel, die DRK-Helfer (diesmal weitgehend arbeitslos) und die Helfer am Verkaufsstand, Monika Klusmann, Ursula Henn, Sigrid Bauer. Sie machen auch bei den Verkaufstagen im Oktober schon mit. Wieder mit dabei war auch Franz-Josef Diel. Der frühere Landrat ist als Vorstandsmitglied der Soonwaldstiftung aktiv. Auch Meike Fuchs engagierte sich wieder mit am Stand, postete gleich Fotos über Instagram. Nicht zu vergessen: Gerhard Schlau. Der frühere Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft ist sozusagen als Mädchen für alles bei Start und Ziel und Fahrer aktiv. Die Brote, Brötchen und Kuchen, die rund 10 Innungsbetriebe für den Verkauf gespendet haben, wollen schließlich abgeholt werden. Da hilft Innungsvorstand und Bäckermeister Karl-Heinz Beck seit Jahren. Auch KHS-Geschäftsführer Martin Partenheimer ließ es sich nicht nehmen, wieder aktiv mitzulaufen, zusammen mit über 20 Laufkollegen die gesamte Strecke abzuspulen. Für einen kleinen Moment kam auch die Sonne mal raus, sagte er.
Im übertragenen Sinne geht dank der Spenden demnächst für drei Hilfsorganisationen die Sonne auf. Die Soonwaldstiftung um Ingrid und Herbert Wirzius, das Frauenhaus Idar-Oberstein um Karla Quint und Andrea Konrad-Allmann und Interplast um André Borsche werden vor Weihnachten noch (hoffentlich) ansehnliche Spendenschecks erhalten. Die Spendendosen bei den Bäckern bleiben noch eine Weile auf den Verkaufstheken stehen, denn das Geld wird nicht nur zur Weihnachtszeit gebraucht. Bei der Soonwaldstiftung und dem Förderverein Lützelsoon sind aktuell zwölf schwer kranke Kinder in Behandlung, beim Frauenhaus sucht man dringend Wohnungen für verfolgte von Gewalt betroffene Frauen und bei Interplast werden weltweit plastische Operationen durchgeführt. „Wir machen weiter. Das ist eine Herzensangelegenheit,“ bekräftigt Alfred Wenz. Das sehen auch die Läufer so. Noch nie sind so viele von Kirn nach Kreuznach durchgelaufen“, sagt Stefan Wurdel von den „Soonwaldkeilern“, einer Sportgruppe der Soonwaldstiftung. Also auf geht`s und den 42. Lauf vorm 1. Advent 2026 schon mal vormerken.



