Betriebsjubiläum und Eröffnung Automobilservice Lenhart in Winterbach

Zertifiziert als E-Mobilität-Standort und Fachwerkstatt für historische Fahrzeuge

Winterbach. Großer Bahnhof bei der Familie Lenhart in Winterbach. Am Tag der offenen Tür gab es gleich mehrere Gründe zum Feiern. Der neue Standort in Winterbach wurde nach einer aufwändigen Renovierung offiziell im ehemaligen Raiffeisengebäude eröffnet. Dazu kann Geschäftsführer und Kfz-Innungsobermeister RNH Friedhelm Lenhart auf über 30 Jahre Selbstständigkeit zurückblicken. Seinen Traumberuf ergriff er gegenüber dem neuen Standort, als Lehrling bei Klaus Braun. Leidenschaft fürs Auto sei ihm dort vermittelt worden und die Gewissheit, einmal eine freie Werkstatt zu gründen und keine Marke zu vertreten.

Lenharts Leistung und das Engagement der Familie wurde von Berufs- und Verbandskollegen mit Werner Steber, dem Technik-Leiter des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe-Zentralverbands (ZDK) an der Spitze eingehend gewürdigt. Gratulationsworte fanden der Landes-Kfz-Innungsmeister Jeffrey Kilian (Bad Kreuznach), der Vorsitzende Kreishandwerksmeister und Bäckerobermeister Alfred Wenz und Kreishandwerksmeister Simon Henkel. Gewürdigt wird das Engagement des Familienunternehmens auch in der Ortsgemeinde, die am Autoservice-Standort den Dorfladen für sieben Gemeinden betreiben kann. Ortsbürgermeister Werner Rebenich fand dazu anerkennende Worte und gratulierte ebenso wie Daniel Gilles, Geschäftsführer von Autoteile Bechtoldt (Bad Kreuznach) und Volksbank-Gewerbekundenberater Benjamin Dahm. Alle zollten für den aufwendigen und durchdachten Ausbau der Raiffeisen-Zentrale, wo die Landwirte früher ihr Getreide ablieferten, höchsten Respekt. Zum einen für das Raum- und Technik-Konzept mit digitaler Auftragsannahme bis hin zur Pflege des technischen Kulturguts historischer Automobile.

Dieses Thema nahm bei der Eröffnungsfeier breiten Raum ein: Zum einen kannte fast jeder die historischen Schätzchen wie Manta A oder Ford Capri, zum anderen belässt es Lenhart Automobilservice nicht bei der bloßen Youngtimer-Liebhaberei. Ganz konkret forderte Friedhelm Lenhart in seinem Rück- und Ausblick seine Kollegen und den Verband auf, mehr für die Reparatur-Sparte zu tun. Viel Knowhow drohe verloren zu gehen. Deshalb sollten ältere Mitarbeiter in Werkstätten mehr Zeit zur Pflege und dem Anlernen junger Kollegen für ältere Technik verwenden dürfen. Man könne auch Ruheständler mit Minijobs in die Werkstätten zurückholen, schlug er vor. Die Zertifizierung als Standort für historische Automobile ist durch Urkunde offiziell bescheinigt, die Landesinnungsmeister Kilian überreichte.

Zum einen über 60 Jahre alte Technik pflegen und beherrschen, zum anderen dem Wandel der Zeit Rechnung tragen. Das gehört zur Firmenphilosophie mit den drei zentralen Werten familiär, leidenschaftlich, zuverlässig. Mitgeschäftsführer Micha Lenhart veranschaulichte das eindrucksvoll, erinnerte an den Opa, der immer sagte: „Ihr müsst zusammenhalten!“ Gemeint seien damit die Familie und die Mitarbeiter als Herz der Firma.

Micha Lenhart blickt als Mitgeschäftsführer in Sachen E-Mobilität in die Zukunft.  Er übernahm von Werner Steber die Urkunde und das Außen-Werbeschild für die Sparte E-Mobilität. Auch drei Lade-Wallboxen zeigen an, dass man in Winterbach auch E-Autos kann. Neben vielen Freunden, Kunden und Bekannten ließ es sich auch Bürgermeister Markus Lüttger nicht nehmen, trotz Erkrankung nach Winterbach zu eilen und der Familie für ihre mutige Entscheidung zu gratulieren. Auch wenn die Versorgung mit öffentlichem Nahverkehr besser wird und der Wandel Richtung E-Mobilität anhält, würden doch auch in 30 Jahren bei Lenharts noch Autos repariert, sagt Lüttger in Anspielung auf Friedhelm Lenharts 30-jährige Firmengeschichte.

Zur Angebotspalette im Betrieb gehören auch noch die Anhänger-Reparatur und ein Wohnmobil-Service in Verbindung mit der im Standort ebenfalls vertretenen Schreinerei. Schließlich wurde das Energiekonzept mit Blockheizkraftwerk, Pufferspeicher, Solaranlage und Pelletheizung als breit aufgestellt und zukunftssichere Alternative zur vorgeschlagenen Gastherme eingehend diskutiert.  All das war in beeindruckenden Bildern zu sehen und nachzuvollziehen. Der alte Turm des Raiffeisenlagers ist übrigens noch da. Vielleicht wird ein Kletterturm daraus.

Lob gab es nicht nur nebenbei für das aus christlicher Überzeugung gelebte soziale Engagement der Familie. Sie gibt ihr Wissen und Können seit fast 40 Jahren unter anderem auf Sansibar weiter. Ausgemusterte Bundeswehrautos wurden umgebaut, entmilitarisiert und containerweise dorthin gebracht, Gelände-Crashkurse abgehalten. Friedhelm Lenhart und seine Söhne David und Micha arbeiteten auch vor Ort in Afrika.

Bilder:

Überreichung der Urkunden als Standort für die Pflege historischer Automobile. Friedhelm und Micha Lenhart mit Werner Steber, Leiter Technik, Sicherheit, Umwelt beim ZDK und Jeffrey Kilian, Landesinnungsmeister. Bild mit Wallboxen an der Außenwand und mit Oldtimer Diplomat V8.

Gratulation für 30 Jahre Selbstständigkeit unter anderem mit Vorsitzendem Kreishandwerksmeister Alfred Wenz (in Bäckerkleidung) und Kreishandwerksmeister Simon Henkel sowie den Kfz-Innungsvorstandskollegen Mikel Stein und Hans Peter Giesen, die „Beziehungskisten“ überreichten.

Auch Bürgermeister Markus Lüttger und Ortsbürgermeister Werner Rebenich gratulierten.

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