Bundenbach. Den „Eisernen Meisterbrief“ als Anerkennung für die vor 65 Jahren abgelegte Bäckermeisterprüfung erhielt Heinz Günther Greiss (Traisen) beim traditionellen Abschluss-Essen der Bäckerinnung im Forellenhof in Bundenbach. Obermeister und Vorsitzender Kreishandwerksmeister Alfred Wenz und sein Stellvertreter Hans Jürgen Dhein (Argenthal) würdigten dabei auch die Leistungen des Jubilars, der 22 Jahre lang stellvertretender Innungsobermeister war. Greiss legte die Meisterprüfung im Alter von 20 Jahren ab, war damals der Jüngste im Land. Ausnahmsweise durfte er schon nach drei Gesellenjahren (üblich waren fünf) vorzeitig die Prüfung ablegen, weil sein Vater und Lehrherr Heinrich gesundheitliche Probleme hatte. Der spätere Bad Kreuznacher Oberbürgermeister und damalige Berufsschullehrer Peter Fink machte sich als einer der Fürsprecher bei der Handwerkskammer in Koblenz für ihn stark. Die Bäckerei in der Rüdesheimer Straße war bekannt für Frische und Qualität, lieferte daneben auch täglich die Brötchen fürs Viktoriastift (30 Jahre), RWE (20) und Seitzwerke (9 Jahre). Augenzwinkernd erzählt der Jubilar (86) dabei auch, dass ein ungeschriebenes Gesetz damals gelautet hatte: Vor der Meisterprüfung kommt kein Mädchen ins Haus. So musste ihn seine damalige Freundin – und langjährige Ehefrau  Ingeborg außer Haus abhören, was er in den Abendkursen aufgeschrieben hatte. Dass der Bäcker und Konditor trotz der Abendkurse natürlich morgens um 3 in der Backstube stand, war selbstverständlich.

Eine Urkunde gab es überdies beim Bäckertreff für gelungene Öffentlichkeitsarbeit der Innung. Es ging um den seit 40 Jahren ausgerichteten Brotpfenniglauf. Mit einem dicken Ordner, der viele Bilder und Anekdoten und natürlich viele Spendenempfänger der Benefizveranstaltung auflistete, hatten sich die Bäcker um Alfred Wenz um den Zacharias-Preis beworben. Monika Fuchs-Seul hatte dafür viele Stunden Arbeit investiert. Die Bäcker waren aber etwas enttäuscht, dass sie nicht in die Preisauswahl kamen. Schließlich sei der Brotpfenniglauf doch mit seinem Spendenaufkommen von nahezu 400 000 Euro eines der traditionsreichsten Handwerkerveranstaltungen in Deutschland und sicherlich das älteste Benefizprojekt der Bäcker, sagt Wenz, der gerne die Zacharias-Figur präsentiert hätte. Vielleicht im nächsten Jahr, bleibt er optimistisch. Neben guten Gesprächen gab es auch viel Info beim Bäckertreff. So verknüpfte man die Innungs-Jahreshauptversammlung mit einer Besichtigungsfahrt zu Lohner (Polch), ließ sich vom Innungs-Gastmitglied über Qualitätsstandards und Ablauf in den 189 Filialen informieren. Die Besucher waren beeindruckt: Top-Qualität.