Guter Arbeitsmarkt für Elektroniker

Freisprechungsfeier bei MAC in Langenlonsheim: Landrätin sieht Handwerker-Fachkräfte gegenüber „künstlicher Intelligenz“ in deutlichem Vorteil

Langenlonsheim. Gestandene Fachleute mit dem Gesellenbrief als Beweis einer erfolgreichen Handwerkslehre haben heute vielfach bessere Berufs-Chancen als Studium-Absolventen! Diese Einschätzung gab Landrätin Bettina Dickes den frischgebackenen Elektroniker-Gesellen bei der Freisprechungsfeier bei MAC in Langenlonsheim mit auf den Weg. 14 junge Männer und eine junge Frau erhielten von den Leitern der Prüfungskommission Helmut Georg (Bad Kreuznach) und Winfried Berg (Simmern) sowie Obermeister Michael Will die „Schmuckgesellenbriefe“ – die Zeugnisse werden nachgereicht. Einige haben es glatt, andere mit einigen Turbulenzen geschafft, zog Helmut Georg als Fazit nach den absolvierten Prüfungen. Die Zwischenprüfung nach zwei Jahren zählt immerhin 30 Prozent des Endergebnisses, die viertätige Abschlussprüfung nach dreieinhalb Lehrjahren zu 70 Prozent. Kernstück der finalen Kenntnis-Überprüfung war diesmal ein Schaltbrett für eine Aufzugsanlage. Dafür hatten die Absolventen acht Stunden Zeit und manche kamen da durchaus in zeitliche Bedrängnis. Die Prüfung wurde wie gewohnt für Hessen und Rheinland-Pfalz am gleichen Tag anberaumt. Der Fachverband Elektro (FEHR) arbeitete mit seinem Aufgabenerstellungsausschuss die Prüfung aus. Dem Ausschuss gehören auch Winfried Berg und Berufsschullehrer Michael Lentes (Simmern) an.

Handwerk hat goldenen Boden! Diese Weisheit klingt seit Jahrzehnten eher altbacken, doch immer mehr kristallisiert sich heraus, dass in Zeiten überbordender künstlicher Intelligenz (KI) immer mehr Fachleute gebraucht werden, die dieses Computerwissen auch zu steuern wissen. Handwerker eben, die vor Ort unersetzlich bleiben. Darauf verwiesen neben Landrätin Bettina Dickes auch Helmut Georg und MAC-Personalchef Jürgen Klitzke. Klitzke riet den Junggesellen, die Möglichkeit von Fortbildung bis ins Alter zu nutzen, denn der Gesellenbrief sei doch nur die erste genommene Hürde im Berufsleben. Das Lernen sei damit nicht beendet. Bei mac.brand spaces, dem international agierenden Anbieter für Live-Kommunikation und Messebau, werden aktuell 45 junge Leute in zwölf Berufen und fünf dualen Studiengängen ausgebildet. Vorstandssprecher CEO Stefan Trieb, Betriebsleiter Produktion Eric Neumann und Personalchef Jürgen Klitzke waren gerne Gastgeber für die harmonische Abschlussfeier. Daran nahmen auch Ehren-Obermeister Rolf Steffen, Anja Wallwey (Handwerkskammer Koblenz), die Vertreter des Sponsors „Sonepar“, Matthias Mummund Sven Seibert sowie die die Mitglieder der Prüfungskommission, Harald Grossmann, Bernd Weyand, Gerd Dümmler und Markus Wilms (für Bad Kreuznach) sowie Michael Lentes, Walter Scheid, Mario Wilhelmy und Daniel Hammes (für Simmern) teil. Für alle Prüflinge gab es Geschenke, für die Prüfungsbesten Linus Michalis (Ausbildungsbetrieb Steffen Bad Kreuznach) und Kevin Piroth (ERN) weitere Geschenke. Die Junggesellen wurden weitgehend von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen, für einige steht nun auch ein Studium auf dem Programm. Die Marktlage für Elektroniker präsentiert sich momentan ausgesprochen gut, so dass die Betriebe der Region weitere Fachkräfte benötigen und die Azubi-Zahlen gern etwas steigen könnten.

Die erfolgreichen Elektroniker-Gesellen. Bereich Bad Kreuznach: Moritz Fetscher, Linus Michaelis, Maximilian Schneider, Jürgen Eberhard, Alias Rezan Dag, Marvin Dörr, Ben Dreher, Joshua Simon und Abdo Sido. Simmern: Maureen Reuther, Leon-Lica Schuch, Collin Mittnacht, Lukas Altenhofen, Emil Kleinmann, Fabian Fain und Kevin Piroth.