Bild: Armin Seibert/KHS RNH
Eine gelungene Premiere im Kreis Kreuznach: Gesellenbriefe beim mac. brand spaces feierlich überreicht und edle Werkstücke vor großem Publikum ausgestellt
Langenlonsheim. Astrein! Was landläufig als Kompliment für eine gelungene Arbeit gilt, ob aus Holz oder nicht, trifft sprichwörtlich auf die feinen Möbelstücke zu, die 13 frischgebackene Tischlergesellen zum Abschluss ihrer Lehre in der großen Halle von mac. brand spaces in Langenlonsheimer präsentierten. In großem Rahmen erhielten sie ihre Gesellenbriefe und Lob für ihre Leistungen. Innungsobermeister Thomas Klemm (Simmern) dankte auch den Hausherren (Produktionschef Eric Neumann und Personalleiter Jürgen Klitzke) dafür, dass erstmals eine größere Präsentation im Kreis Bad Kreuznach möglich war. Neumann sagte eine Wiederholung zu. Die Tischlerinnung strebt darüber hinaus eine danach folgende Präsentation einzelner Stücke an. Beispielsweise so wie seit Jahren in Simmern bei der Sparkasse. Volksbank, Berufsschule oder Kreis-Foyer wären im Kreis Kreuznach mögliche Präsentationsorte. „Wir müssen uns hier künftig besser zeigen,“ brachte es Klemm auf den Punkt. Schließlich geht es darum, zu zeigen, was Tischler können.
Und da staunten viele der knapp 100 Besucher. Die riesige Palette der Gesellenstücke zeigt die große Ideenvielfalt der Gesellen. Da gab es Schreibtische, Sideboards, einen raffinierten Couchtisch mit Geheimfach, einen Schallplattenschrank oder einen Tischkicker. Das Gesellenstück eröffnet viele Möglichkeiten. In rund 100 stündiger Arbeit soll es fertig sein. Ansonsten gibt es in Sachen Holzauswahl oder Oberflächenbehandlung nur wenige Vorschriften. Die meisten Arbeiten wiesen indes klassische Verbindungen wie Schwalbenschwanz-Verzinkung auf. So unterschiedlich die Stücke mit verschiedenen Holzarten und Oberflächenbehandlung, so unterschiedlich die Junggesellen. Einer von ihnen (Finn Zimmermann) ist schon im Studium. Er fertigte eine „Parure“ (frz. Schmuckstück) an. Die Ehefrau und Mutter Jenny Blum konstruierte und fertigte für ihren Ehemann einen Schallplattenschrank. Enzo Frommer, der schon eine Parkettlegerlehre abgeschlossen hat, begeisterte mit einem unscheinbar wirkenden Couchtisch. Der beinhaltet dank raffinierter Magnettechnik unter anderem ein Geheimfach. Im Gesamt-Prüfungsergebnis (Theorie, Praxis) lag Frommer nur 0,8 Punkte hinter Benedict Eßling, der einen Tischkicker als „Gebrauchsgegenstand“ präsentierte. Zerlegbar, mit leicht ersetzbarem Spielfeld. Genial.
Die jungen Leute zeigten, dass sie selbstbewusst ihre Arbeiten präsentieren können. Sie erklärten von der Idee bis zum Feinschliff, was sie sich ausgedacht und wie sie es umgesetzt haben. Obermeister Klemm ergänzte, beschrieb die handwerklichen Besonderheiten, die Holzarten, die beachtenswerten Details und lobte die Jung-Handwerker. Fachlehrer Markus Berger (BBS Bad Kreuznach) stellte in dieser Abschlussklasse den Teamgeist heraus und das gestiegene Leistungsniveau. Die Tischler beherrschen jetzt die Basics. Doch es ist klar, dass solch aufwendige Handarbeit in Betrieben kaum bezahlbar ist.
Die Zukunft liege eher in der Digitaltechnik, merkte MAC-Produktionsleiter Neumann an. Sein Unternehmen investiert Millionen in CNC-Maschinen. Gleichwohl braucht es gut ausgebildete Fachleute. Ihnen stehe die Zukunft offen, sagt Neumann, der 1986 bei MAC als Maler und Lackierer begann, nach Meisterbrief und Fortbildungen die Produktion leitet.
Die riesige Bandbreite des Tischlerhandwerks von Fenster, Türen, Böden, Trockenbau und nachhaltiger Sanierung verlange Flexibilität und Kreativität, betonte Obermeister Klemm. Das helfe in der Region den Lebensstandard zu halten. Umso wichtiger sei es, klarzumachen, dass in den drei Kreisen Bad Kreuznach, Rhein-Hunsrück und Birkenfeld mit 115 Innungsbetrieben und über 200 Tischlereien künftig mehr als 24 Junggesellen nötig seien. seien. Die Bedeutung des Handwerks betonte Dr. Helmut Martin, CDU-Landtagsabgeordneter und wirtschaftspolitischer Sprecher. Als Hobbyhandwerker zeigte er sich beeindruckt von der Qualität der Arbeiten. Da könne er zu Hause einpacken gab er zu. Er wirbt dafür, die Ausbildungs- und Fortbildungs-Rahmenbedingungen zu verbessern. Zur besseren Außendarstellung des kreativen Handwerks gehört der Wettbewerb „die gute Form“, für die die Innung einige Ausstellungstücke vorgeschlagen hat.
Ihre Gesellenbriefe erhielten: Jan Bischof, Jenny Blum, Marc Emrich, Benedict Eßling, Enzo Frommer, Lennart Geitke, Leon Kaul, Kim Mayer, Jonas Mohr, Jonas Schwarztrauber, Martin Uhr, Marlon Wiese und Jan Zimmermann. Beste Gesellenstücke. 1. Frommer, 2. Emrich, 3. Blum. Bestes Gesamtergebnis: Eßling 176,7 Punkte, 2. Frommer 175,9, Zimmermann 162,75.



